Änderungen 2013:

Die Praxisgebühr mit ihrem extremen Verwaltungsaufwand wurde endlich abgeschafft. Sie können einfach so zu ihrem Augenarzt gehen und müssen lediglich ihre Krankenkassenkarte mitbringen. Lediglich Patienten in sogenannten Hausarztverträgen müssen vorher zu ihrem Hausarzt und eine Überweisung mitbringen.

Gesundheitsreform ab 2009:

Ab dem 01.01.2009 ändert sich mal wieder Vieles. Der Gesundheitsfonds, ein von fast allen Parteien als unsinnige bürokratische Konstruktion abgelehntes Gebilde, zieht viele Probleme nach sich, ist jedoch aus rein politiktaktischen Gründen geschaffen worden. Die damit in Zusammenhang stehende neue Gebührenordnung 2009 zeigt überdeutlich, dass die Politik und die gesetzlichen Krankenkassen kein Interesse an einer anständigen medizinischen Versorgung der Bevölkerung haben. Mittels des sogenannten “Regelleistungsvolumens” kommt es zu folgendem Effekt: Fortan wird die gesamte über die Grunduntersuchung hinausgehende Diagnostik dem behandelnden Augenarzt nicht mehr bezahlt. Das heißt, ab sofort macht ihr Augenarzt unter anderem alle Untersuchungen der Netzhaut, Ultraschalle, Blutgefäßdarstellungen (Angiographien) und Gesichtsfelduntersuchungen umsonst. Dies ist ein Unding und kann finanziell nicht lange gutgehen. Loben Sie also Ihren Augenarzt mal, wenn er z.B. noch eine Gesichtsfelduntersuchung bei Ihnen macht.

Gesundheitsreform ab 2004:

Seit 1.01.2004 hat sich vieles geändert im Gesundheitswesen, in den deutschen Arztpraxen und insbesondere auch in den Augenarztpraxen. Ihr Arzt hat sich das nicht ausgedacht, sondern ist nur ausführendes Organ und dies - vor allem was bestimmte Punkte angeht - durchaus zähneknirschend. Diskussionen und Lamentieren bringen uns nicht weiter. Also haben Sie Verständnis und lassen Sie uns versuchen gemeinsam das Beste aus den Änderungen zu machen. Denn: Es werden nicht die letzten sein ! Im folgenden nur das Wichtigste im augenärztlichen Bereich:

“Taxischeine”

Fahrtkosten werden im augenärztlichen Bereich nur noch zu ambulanten Operationen oder zur stationären Behandlung bezahlt, ansonsten muß vom Patienten eine vorherige Genehmigung von der Kasse eingeholt werden.

Brillenanpassung

Bei allen Patienten über 18 Jahre, mit einem Sehvermögen mit Brille von über 30%, gibt es keine Zuzahlung zur Brille mehr. Die Brillenüberprüfung und -bestimmung kann weiterhin auf Kosten der Krankenkasse beim Augenarzt erfolgen. Dieser ist auch ein neutraler Anpasser, da er frei von wirtschaftlichen Vorteilen beraten kann, ob und welche Brille notwendig ist. Manchmal ist ja eine Augenerkrankung die Hauptursache für eine Sehverschlechterung. Vor allem bei älteren Patienten macht eine Neuanpassung vor Operation des grauen Stars z.B. häufiger keinen Sinn.

Kontaktlinsen

Kontaktlinsen können nur verordnet werden wenn erstens eine Brille verordnet werden könnte (also ab 18 Jahre und mit Sehvermögen über 30 % nie) und zweitens bestimmte, besonders schwerwiegende Veränderungen vorliegen (z.B. Fehlsichtigkeit ab 8 Dioptrien, starke Hornhautverkrümmung, sehr unterschiedliche Augen etc.). In allen anderen Fällen sind die Kontaktlinsen und ihre Anpassung selbst zu bezahlen

Medikamente

Rezeptfreie Medikamente müssen in Zukunft komplett selbst bezahlt werden, ein Rezept hierfür ist weder notwendig noch möglich. Dies betrifft im augenärztlichen Bereich hauptsächlich die Tränenersatzstoffe (“künstliche Tränen”). Bei allen anderen Medikamenten ist der Eigenanteil 10% des Abgabepreises bzw. mindestens 5 und höchstens 10 Euro.

Zuzahlungsbefreiung

Alle bisherigen Zuzahlungsbefreiungen verlieren mit dem 01.01.2004 ihre Gültigkeit. Überschreitet die Gesamtsumme der Zuzahlungen zwei Prozent der Buttoeinnahmen, kann eine neue Befreiung bei der Kasse beantragt werden. Also: Quittungen aufheben !

Stationäre Operationen

In der Augenheilkunde wird von den Kassen gewünscht und vom Gesetzgeber so festgelegt, daß Operationen (mit wenigen Ausnahmen) prinzipiell ambulant zu erfolgen haben. Eine graue-Star-Operation z.B. erfolgt daher fast immer ambulant. Nur bei schwerwiegenden Grunderkrankungn und bestimmten sozialen Sondersituationen kann diese Operation stationär erfolgen. Vorher ist jedoch bei der Krankenkasse ein schriftliches Einverständnis einzuholen.